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12. Kapitel
 ~Komplikationen~

Bella und ich gingen schweigend zu Biologie. Ich versuchte mich auf den Moment zu konzentrieren, auf das Mädchen neben mir, auf alles was real und solide war, auf alles, was Alices hinterlistige, unbedeutende Visionen aus meinen Kopf vertreiben konnte.
Wir gingen an Angela Weber vorbei die auf dem Gehweg mit einem Jungen aus ihrem Mathekurs sprach. Ich überflog flüchtig ihre Gedanken und erwartete eine weitere Enttäuschung nur um von ihrem sehnsüchtigen Ton überrascht zu werden.
Ah, also gab es doch etwas, das Angela wollte. Unglücklicherweise war es nichts dass einfach so in Geschenkpapier eingepackt werden konnte.
Ich fühlte mich auf einmal seltsam wohl, als ich Angelas hoffnungsloses Verlangen hörte. Ein Anflug von Seelenverwandtschaft, von dem Angela nie etwas erfahren würde, durchfuhr mich und ich war für diese Sekunde eins mit dem freundlichen Menschenmädchen.
Es war seltsam tröstend zu wissen, dass ich nicht der einzige war, der eine tragische Liebesgeschichte durchlebte. Herzschmerz war überall.
In der nächsten Sekunde war ich plötzlich verärgert. Denn Angelas Geschichte musste nicht tragisch sein. Sie war ein Mensch und er war ein Mensch und der Unterschied, der in ihrem Kopf so unüberbrückbar schien, war lächerlich im Vergleich zu meiner Situation. Es gab keinen Grund für ihr gebrochenes Herz. Was für eine verschwendete Trauer, wenn es keinen einleuchtenden Grund dafür gab, dass sie nicht mit dem zusammen war, den sie wollte. Warum sollte sie nicht haben können was sie wollte? Warum sollte diese eine Geschichte kein Happy End haben?
Ich wollte ihr ein Geschenk machen… Also würde ich ihr geben, was sie wollte. Da ich wusste, wie ich auf Menschen wirkte, sollte das nicht allzu schwer werden. Ich streifte das Bewusstsein des Jungen neben ihr, dem Objekt ihrer Begierde, und er schien nicht uninteressiert zu sein, er stand nur vor dem gleichen Hindernis wie sie. Hoffnungslos ergeben, so wie sie war.
Alles was ich tun musste, war eine Andeutung machen…
Der Plan schmiedete sich leicht, das Drehbuch schrieb sich von selbst ohne dass ich groß etwas dazu beitragen musste. Ich würde Emmetts Hilfe benötigen – ihn dazu zu bringen war die einzige Schwierigkeit. Die Menschliche Natur war so einfach zu manipulieren im Gegensatz zu der eines Vampirs.
Ich war zufrieden mit meiner Lösung, mit meinem Geschenk für Angela. Es war eine nette Ablenkung von meinen eigenen Problemen. Würden meine doch auch so leicht zu regeln sein.
Meine Laune hatte sich leicht verbessert als Bella und ich uns auf unsere Plätze setzten. Vielleicht sollte ich etwas positiver denken. Vielleicht gab es irgendwo da draußen auch eine Lösung für uns die sich meinem Blick entzog so wie Angelas offensichtliche Lösung für sie nicht zu sehen war. Wahrscheinlich nicht… Aber warum Zeit mit Hoffnungslosigkeit verschwenden? Ich hatte keine Zeit zum Verschwenden wenn es um Bella ging. Jede Sekunde zählte.
Mr. Banner betrat den Raum und schob einen alten Fernseher und einen Videorekorder vor sich her. Er behandelte ein Thema, dass ihn nicht besonders interessierte – genetische Fehlfunktionen – indem er die nächsten drei Unterrichtsstunden eine Film zeigte. Lorenzos Öl war kein besonders heiterer Film, aber das störte die Freude im Klassenzimmer nicht im Geringsten. Keine Notizen, kein Klausurrelevantes Thema. Drei freie Tage. Die Menschen jubelten.
So oder so war es mir egal. Ich hatte sowieso nicht vorgehabt meine Aufmerksamkeit auf irgendetwas anderes als Bella zu richten.
Heute schob ich meinen Stuhl nicht von ihr weg um mir Platz zum atmen zu lassen. Stattdessen setzte ich mich so nah neben sie wie jeder normale Mensch es tun würde. Näher als wir im Auto nebeneinander gesessen hatten, nah genug, dass die linke Seite meines Körpers in die Hitze ihrer Haut getaucht wurde.
Es war eine seltsame Erfahrung, sowohl angenehm als auch nervenaufreibend, aber es war mir lieber als ihr gegenüber zu sitzen. Es war mehr als ich gewöhnt war aber ich merkte schnell, dass es noch nicht genug war. Ich war nicht zufrieden. Ihr so nah zu sein, bewirkte lediglich dass ich ihr noch näher sein wollte. Die Anziehungskraft wurde stärker je näher ich kam.
Ich hatte sie beschuldigt ein Magnet für Gefahren zu sein. In diesem Moment fühlte es sich so an wäre das die buchstäbliche Wahrheit. Ich war eine Gefahr und mit jedem Millimeter den ich mir erlaubte ihr näher zu kommen wurde ihre Anziehungskraft stärker.
Und dann lösche Mr. Banner das Licht.
Es war seltsam was für einen großen Unterschied das machte, wenn man bedachte, dass meinen Augen die Dunkelheit nichts ausmachte. Ich konnte genau so gut sehen wie vorher. Jedes Detail des Raumes war klar zu sehen.
Also warum diese plötzliche Elektrizität in der Luft, in der Dunkelheit die für mich nicht dunkel war? Lag es daran, dass ich wusste dass ich der einzige war der klar sehen konnte? Dass wir beide, Bella und ich, unsichtbar für die anderen waren? Als wären wir allein in diesem Raum, nur wir beide, versteckt in diesem dunklen Raum, so nah beieinander…
Meine Hand bewegte sich ohne mein Zutun auf sie zu. Nur um ihre Hand zu berühren, sie in der Dunkelheit zu halten. Wäre das ein so schrecklicher Fehler? Wenn meine Haut sie störte, musste sie ihre Hand nur zurückziehen…
Ich riss meine Hand zurück, verschränkte die Arme vor der Brust und ballte die Hände zu Fäusten zusammen. Keine Fehler. Ich hatte mir versprochen keine Fehler zu machen, egal wie klein sie auch sein mögen. Wenn ich ihre Hand halten würde – würde ich nur noch mehr wollen – eine weitere unbedeutende Berührung, ein weiteres Stück näher zu ihr rücken. Ich konnte es fühlen. Eine neue Art von Verlangen wuchs in mir und versuchte meine Selbstkontrolle auszuschalten.
Keine Fehler.
Bella kreuzte ebenfalls ihre Arme vor der Brust und ballte ihre Hände zu Fäusten wie meine.
Was denkst du? Ich sehnte mich danach ihr diese Frage zu stellen, aber der Raum war zu ruhig um mit einer geflüsterten Unterhaltung davon zu kommen.
Der Film begann und erhellte die Dunkelheit ein kleinwenig. Bella schielte zu mir herüber und bemerkte meine steife Körperhaltung – genau wie die Ihre – und lächelte. Sie öffnete leicht ihre Lippen und ihre Augen strahlten warm und einladend.
Oder vielleicht sah ich auch nur, was ich sehen wollte.
Ich lächelte zurück; sie schnappte kurz nach Luft und sah dann schnell weg.
Das machte es noch schlimmer. Ich kannte ihre Gedanken nicht aber ich war mir plötzlich sicher, dass ich heute Morgen recht gehabt hatte und sie wollte dass ich sie berühre. Sie spürte dieses gefährliche Verlangen genauso sehr wie ich.
Die elektrische Spannung summte zwischen unseren Körpern.
Sie bewegte sich die ganze Stunde keinen Millimeter und behielt ihre steife, kontrollierte Position bei wie ich mein. Gelegentlich blinzelte sie zu mir herüber und jedesmal durchfuhr mich schlagartig der summende Strom.
Die Stunde verging – langsam aber immer noch nicht langsam genug. Das war so neu, ich hätte tagelang so mit ihr dasitzen können, nur um dieses Gefühl zu erforschen.
Ich hatte tausende kleiner Auseinandersetzungen mit mir selbst während die Minuten vergingen, Vernunft kämpfte gegen Verlangen, während ich versuchte eine Berührung zu rechtfertigen.
Schließlich schaltete Mr. Banner das Licht wieder ein.
In dem grellen Licht wurde die Atmosphäre in dem Raum wieder normal. Bella seufzte, streckte sich und bog ihre Finger durch. Es musste unangenehm für sie gewesen sein, diese Position so lange beizubehalten. Für mich war es leichter – Reglosigkeit war ganz natürlich.
Ich schmunzelte über ihren Erleichterten Gesichtsausdruck. „Das war interessant.“
„Mmm,“ murmelte sie und verstand genau was ich meinte, sagte aber nichts weiter. Was würde ich dafür geben, zu wissen, was sie jetzt dachte.
Ich seufzte. Wie oft ich es mir auch wünschte, es half nichts.
„Sollen wir?“ fragte ich.
Sie verzog das Gesicht und erhob sich ungeschickt, ihre Hände ausgestreckt als hätte sie Angst jeden Moment zu fallen.
Ich könnte ihr meine Hand anbieten. Oder ich könnte meine Hand unter ihren Ellenbogen legen – ganz leicht nur – um sie zu stützen. Das wäre sicher nicht allzu schlimm…
Keine Fehler.
Sie war sehr still während wir zur Sporthalle gingen. Die Falte zwischen ihren Augen war ein Beweis, ein Zeichen dafür, dass sie tief in Gedanken war. Auch ich war nachdenklich.
Eine leichte Berührung ihrer Haut würde sie nicht verletzen, argumentierte meine Egoistische Seite.
Ich konnte den Druck meiner Berührung kontrollieren. Es war nicht besonders schwer wenn ich mich zusammen riss. Mein Taktgefühl war besser entwickelt als das eines Menschen; ich konnte mit einem dutzend Kristallgläser jonglieren ohne eins zu zerbrechen; Ich konnte eine Seifenblase berühren ohne dass sie zerplatze. So lange ich mich unter Kontrolle hatte…
Bella war wie eine Seifenblase – zerbrechlich und kurzlebig. Befristet.
Wie lang könnte ich meine Anwesenheit in ihrem Leben rechtfertigen? Wie viel Zeit hatte ich? Hätte ich eine weitere Chance wie diese, wie diesen Moment, wie diese Sekunde? Sie würde nicht für immer in meiner Reichweite sein…
Bella drehte sich vor der Eingangstür zur Sporthallte zu mir um und ihrer Augen weiteten sich als sie den Ausdruck in meinem Gesicht sah. Sie sprach nicht. Ich sah mich selbst in dem Spiegel ihrer Augen, sah den Kampf in meinen eigenen wüten. Ich sah wie sich mein Gesicht änderte als meine bessere Hälfte den Kampf verlor.
Meine Hand hob sich ohne mein Zutun. So sanft als wäre sie aus hauchdünnem Glas, als wäre sie eine Seifenblase, strichen meine Finger über die warme Haut die ihre Wangenknochen bedeckte. Sie wurde noch wärmer unter meiner Berührung und ich konnte das Pulsieren ihres Blutes unter ihrer transparenten Haut spüren.
Genug, befahl ich mir, obwohl meine Hand danach verlangte ihr Gesicht zu streicheln. Genug.
Es war schwer meine Hand zurück zu ziehen, mich davon abzuhalten ihr noch nähre zu kommen als ich bereits war. Tausende von Möglichkeiten rasten auf einmal durch meinen Kopf – tausend unterschiedliche Möglichkeiten sie zu berühren. Meine Fingerspitzen über die Konturen ihrer Lippen führen. Meine Handfläche unter ihr Kinn legen. Die Spange aus ihrem Haar ziehen und spüren wie es sich über meiner Hand ausbreitete. Meine Arme um ihre Taille legen, sie an meinen Körper heranziehen.
Genug.
Ich zwang mich, mich von ihr abzuwenden und mich von ihr zu entfernen. Mein Körper bewegte sich steif – widerwillig.
Ich ließ meinen Geist verweilen um zu beobachten wie sie sich hastig umdrehte, nahezu vor der Versuchung davonrannte. Ich fing Mike Newtons Gedanken auf – sie waren am lautesten – während er beobachtete, wie Bella unaufmerksam an ihm vorbeieilte, ihre Augen ausdruckslos und ihre Wangen gerötet. Er blickte finster drein und plötzlich raste mein Name in Verbindung mit unzähligen Flüchen durch seinen Kopf; ich konnte ein Grinsen nicht unterdrücken.
Meine Hand kribbelte. Ich streckte sie und ballte sie dann zu einer Faust zusammen, aber ich spürte immer noch ein schmerzlos Stechen.
Nein, ich hatte sie nicht verletzt – aber sie zu berühren war dennoch ein Fehler gewesen.
Es fühlte sich an als würde ich brennen – als hätte sich das Brennen meines Durstes auf meinen gesamten Körper ausgebreitet.
Wenn ich ihr das nächste Mal nahe war, würde ich mich davon abhalten können, sie wieder zu berühren? Und wenn ich sie einmal berührte, würde ich danach aufhören können?
Keine Fehler mehr. Das war‘s. Genieße den Moment, Edward, sagte ich mir grimmig, und behalte deine Hände bei dir. Das oder ich würde mich dazu zwingen müssen zu gehen… irgendwie. Denn ich konnte es mir nicht erlauben in ihrer Nähe zu sein, wenn ich weiterhin Fehler machen würde.
Ich atmete tief durch und versuchte meine Gedanken zu bändigen.
Emmett holte mich vor dem Englisch-Gebäude ein.
„Hey, Edward.“ Er sieht besser aus. Seltsam, aber besser. Glücklich.
„Hey, Em.“ Sah ich glücklich aus? Ich denke, abgesehen von dem Chaos in meinem Kopf, fühlte ich mich glücklich.
Du solltest in Zukunft besser deine Klappe halten, Junge. Rosalie will dir die Zunge herausreißen.
Ich seufzte. „Tut mir leid, dass du es ausbaden musstest. Bist du sauer auf mich?“
„Ach was. Rose wird darüber hinweg kommen. Es musste doch so kommen.“ Bei dem was Alice kommen sieht…
Im Moment wollte ich nicht an Alices Visionen denken. Ich starrte geradeaus und presste meine Zähne aufeinander.
Als ich mich nach einer Ablenkung umsah, sah ich wie Ben Cheney den Spanischraum vor uns betrat. Ah – hier war meine Gelegenheit Angela Weber ihr Geschenk zu geben.
Ich hielt an und packte Emmett am Arm. „Warte eine Sekunde.“
Was ist los?
„Ich weiß, dass ich es nicht verdiene, aber würdest du mir trotzdem einen Gefallen tun?“
„Was denn für einen?“ fragte er neugierig.
Leise – und in einer Geschwindigkeit die es einem Menschen unmöglich machte die Worte zu verstehen, selbst wenn ich sie lauter ausgesprochen hätte – erklärte ich ihm was ich vorhatte.
Er starrte mich ausdruckslos an, seine Gedanken waren genauso leer wie sein Gesicht.
„Also?“ drängte ich. „Wirst du mir helfen?“
Er brauchte eine Minute um zu antworten. „Aber, warum?“
„Komm schon, Emmett. Warum nicht?“
Wer bist du und was hast du mit meinem Bruder gemacht?
„Bist du nicht derjenige der sich dauernd beschwert, dass in der Schule immer dasselbe passiert? Das hier ist doch mal was anderes, oder nicht? Nenn es ein Experiment – ein Experiment der menschlichen Natur.“
Er schaute mich eine weitere Minute an bevor er nachgab. „Naja, es ist etwas anderes, das geb ich zu… na gut, okay.“ Emmett schnaubte und zuckte dann mit den Schultern. „Ich werde dir helfen.“
Ich grinste ihn an und war noch begeisterter von meinem Plan, jetzt da er dabei war. Rosalie war eine Nervensäge aber ich schuldete ihr etwas dafür, dass sie Emmett ausgewählt hatte; niemand hatte einen besseren Bruder, als ich.
Emmett brauchte nicht zu üben. Ich flüsterte ihm zu was er sagen sollte, während wir den Klassenraum betraten.
Ben saß bereits auf seinem Platz hinter mir und suchte seine Hausaufgaben zusammen um sie einzureichen. Emmett und ich setzen uns und taten dasselbe. Im Klassenraum war es noch nicht still; das murmeln der gedämpften Unterhaltungen würde anhalten bis Mrs. Goff um Aufmerksamkeit bat. Sie hatte keine Eile während sie die Tests der letzten Klasse begutachtete.
„Also,“ sagte Emmett etwas lauter als nötig – wenn er nur mit mir sprechen würde. „Hast du Angela Weber schon gefragt ob sie mit dir ausgeht?“
Das Geräusch von raschelndem Papier hinter mir hörte abrupt auf als Ben erstarrte und seine Aufmerksamkeit auf unsere Unterhaltung lenkte.
Angela? Sie reden über Angela?
Gut. Ich hatte sein Interesse geweckt.
„Nein,“ sagte ich und schüttelte langsam meinen Kopf um enttäuscht zu wirken.
„Warum nicht?“ improvisierte Emmett. „Bist du zu feige?“
Ich schnitt ihm eine Grimasse. „Nein, ich hab gehört, dass sie an jemand anderem interessiert ist.“
Edward Cullen wollte Angela um ein Date bitten? Aber… Nein, das gefällt mir nicht. Ich will nicht, dass er in ihrer Nähe ist. Er ist… nicht richtig für sie. Nicht… sicher.
Ich hätte nicht mit seiner Ritterlichkeit gerechnet, seinem Beschützerinstinkt. Ich hatte auf Eifersucht spekuliert. Aber so sollte es auch gehen.
„Davon lasst du dich abhalten?“ fragte Emmett verächtlich und improvisierte wieder. „Keine Lust auf einen kleinen Konkurrenzkampf?“
Ich warf ihm einen finsteren Blick zu, aber versuchte das Beste aus dem zu machen, was er mir gab. „Weißt du, ich glaube sie mag diesen Ben wirklich. Ich werde nicht versuchen sie vom Gegenteil zu überzeugen. Es gibt auch noch andere Mädchen.“
Die Reaktion in dem Stuhl hinter mir war elektrisch.
„Wer?“ fragte Emmett und hielt sich wieder an das Drehbuch.
„Mein Laborpartner sagte es wäre irgendein Typ namens Cheney. Ich bin mir nicht sicher ob ich ihn kenne.“
Ich unterdrückte mein Lächeln. Nur die hochmütigen Cullens konnte es sich erlauben vorzugeben nicht jeden Schüler an dieser kleinen Schule zu kennen.
Bens Kopf war wirr vor Schock. Mich? Lieber als Edward Cullen? Aber warum sollte sie mich mögen?
„Edward,“ murmelte Emmett etwas leiser und deutete mit den Augen auf den Jungen. „Er sitzt direkt hinter dir,“ formte er so deutlich mit den Lippen, dass der Mensch die Worte leicht ablesen konnte.
„Oh,“ murmelte ich zurück.
Ich drehte mich um und warf einen kurzen Blick auf den Jungen hinter mir. Für eine Sekunde waren die schwarzen Augen hinter der Brille verängstigt, aber dann versteifte er sich und hob seine schmalen Schultern, angegriffen von meiner eindeutig herablassenden Bewertung. Er reckte sein Kinn und ein Anflug von Wut verdunkelte seine goldbraune Haut.
„Hah,“ sagte ich arrogant als ich mich wieder zu Emmett umdrehte.
Er denkt, er wäre etwas Besseres als ich. Aber Angela nicht. Ich werd‘s ihm schon zeigen…
Perfekt.
„Hattest du nicht gesagt, dass sie mit Yorkie zum Ball geht?“ fragte Emmett und schnaubte als er den Namen des Jungen aussprach den viele wegen seiner Ungeschicklichkeit verachteten.
„Das war anscheinend sowas wie eine Gruppenentscheidung.“ Ich wollte dass Ben darüber Bescheid wusste. „Angela ist schüchtern. Wenn B – naja, wenn ein Junge nicht den Mut aufbringt sie zu fragen ob sie mit ihm ausgehen möchte, würde sie es auch nie tun.“
„Du magst wohl schüchterne Mädchen,“ sagte Emmett wieder improvisierend. Stille Mädchen. Mädchen wie… hmm, ich weiß nicht. Vielleicht Bella Swan?
Ich grinste ihn an. „Genau.“ Dann kam ich wieder zu unserem Auftritt zurück. „Vielleicht wird Angela irgendwann müde zu warten. Vielleicht frag ich sie ob sie mit mir zum Abschlussball geht.“
Nein, das wirst du nicht, dachte Ben und setzte sich in seinem Stuhl auf. Was macht es schon, dass sie so viel größer ist als ich? Wenn es ihr nichts ausmacht, dann stört es mich auch nicht. Sie ist das netteste, intelligenteste und schönste Mädchen an der ganzen Schule… und sie mag mich.
Ich mochte diesen Ben. Er schien klug zu sein und es ehrlich zu meinen. Vielleicht verdiente er sogar ein Mädchen wie Angela.
Ich zeigte Emmett ein Daumen-Hoch-Zeichen unter dem Tisch als Mrs. Goff die Klasse begrüßte.
Okay, ich geb es zu – es hat irgendwie Spaß gemacht, dachte Emmett.
Ich lächelte zufrieden darüber, dass ich es geschafft hatte einer Liebesgeschichte zum Happy End zu verhelfen. Ich war zuversichtlich, dass Ben sein Vorhaben in die Tat umsetzte und Angela ihr Geschenk von mir bekam. Meine Schulden waren beglichen.
Wie dumm die Menschen doch waren, sich von sechs Inch Unterschied ihr Glück zerstören zu lassen.
Mein Erfolg versetzte mich in gute Stimmung. Ich lächelte wieder als ich mich in meinem Stuhl zurücklehnte und mich darauf vorbereitet unterhalten zu werden. Immerhin, wie Bella beim Mittagessen gesagt hatte, hatte ich sie noch nie beim Sport gesehen.
Mikes Gedanken waren am leichtesten zu finden in dem Stimmengewirr in der Sporthalle. Sein Geist war mir nur zu vertraut geworden in den letzten Wochen. Mit einem Seufzen ließ ich mich dazu herab durch ihn zu hören. Immerhin konnte ich mir sicher sein, dass er seine Aufmerksamkeit auf Bella richten würde.
Ich kam gerade rechtzeitig um zu hören, wie er ihr anbot ihr Badminton-Partner zu sein; als er den Vorschlag machte, ging er in Gedanken noch andere Partnerschaftliche Aktivitäten mit ihr durch. Mein Lächeln erstarb, meine Zähne schlugen aufeinander und ich musste mich daran erinnert, dass Mike Newton zu ermorden keine Option war.
„Danke, Mike – du weißt, dass du das nicht tun musst.“
„Keine Sorge, ich werde Abstand halten.“
Sie grinsten sich an und unzählige kleine Unfälle – alle irgendwie in Verbindung mit Bella – rasten durch Mikes Kopf.
Mike spielte zuerst alleine, während Bella sich auf dem hinteren Teil des Spielfeldes herumdrückte und ihren Schläger so behutsam hielt, als wäre er eine Art Waffe. Dann kam Coach Clapp vorbei und wies Mike an, Bella mitspielen zu lassen.
Oh oh, dachte Mike als Bella seufzend näher kam und ihren Schläger in einem seltsamen Winkel hielt.
Jennifer Ford schlug den Federball direkt zu Bella mit einem selbstgefälligen Ton in ihren Gedanken. Mike sah wie Bella nach ihm schlug und ihren Schläger meterweit an ihrem Ziel vorbeischwang. Er griff ein und versuchte den Ball zu retten.
Ich beobachtete die Flugbahn von Bellas Schläger alarmiert. Er traf das gespannte Netz und sprang zu ihr zurück, traf ihre Stirn und schleuderte herum um Mikes Arm mit einem schallenden Klatschen zu treffen.
Au. Au. Autsch. Das gibt einen fette blauen Fleck.
Bella knetete ihre Stirn. Es war schwer auf meinem Platz sitzen zu bleiben wo ich hingehörte, wenn ich sah, dass sie verletzt war. Aber was könnte ich tun wenn ich da wäre? Außerdem schien es keine schwere Verletzung zu sein… Ich zögerte weiter zu zusehen. Wenn sie vorhatte weiterhin zu versuchen zu spielen, würde ich eine Ausrede erfinden müssen um sie aus dem Unterricht zu holen.
Der Coach lachte. „Tut mir leid, Newton.“ Diese Mädchen ist der schlimmste Fluch den ich je gesehen habe. Man sollte sie den anderen nicht aufdrängen…
Er drehte sich vorsätzlich um und ging weiter um eine anderes Spiel zu beobachte, so dass Bella wieder in ihre vorherige Beobachterposition zurückfallen konnte.
Au, dachte Mike wieder und massierte seinen Arm. Er drehte sich zu Bella um. „Bist du okay?“
„Ja, und du?“ fragte sie scheu und wurde rot.
„Ich glaub ich werd’s überleben.“ Ich möchte ja nicht wie eine Heulsuse klingen. Aber, verdammt, das tut weh!
Mike schwang seinen Arm im Kreis und stöhnte.
„Ich werde einfach hier hinten stehen bleiben,“ sagte Bella, eher mit Scham und Verdruss im Gesicht als Schmerzen. Vielleicht hatte Mike das meiste abbekommen. Ich hoffte ehrlichgesagt, dass es so war. Immerhin spielte sie nicht weiter. Sie hielt ihren Schläger vorsichtig hinter ihrem Rücken und ihre Augen waren geweitete vor Reue… Ich musste mein Lachen als Husten tarnen.
Was ist so lustig? Wollte Emmett wissen.
„Erzähl ich dir später,“ murmelte ich.
Bella griff nicht mehr in das Spiel mit ein. Der Coach ignorierte sie und ließ Mike alleine spielen.
Ich raste durch den Test am Ende der Stunde und Mrs. Goff ließ mich früher gehen. Ich achtete genau auf Mike während ich über das Schulgelände lief. Er hatte sich entschieden, Bella auf mich anzusprechen.
Jessica schwört, dass sie zusammen sind. Warum? Warum musste er ausgerechnet sie auswählen?
Er schien das wahre Phänomen nicht zu bemerkten – das sie mich ausgewählt hatte.
„Also.“
„Also, was?“ wunderte sie sich.
„Du und Cullen, huh?“ Du und der Freak. Wenn dir ein reicher Typ so viel bedeutet…
Ich knirschte mit den Zähnen bei dieser herabsetzenden Annahme.
„Das geht dich nichts an, Mike.“
Verteidigung. Also ist es wahr. Mist. „Das gefällt mir nicht.“
„Das muss es auch nicht,“ schnappte sie.
Warum sieht sie nicht was für eine Zirkusattraktion er ist? Wie sie alle. So wie er sie anstarrt. Mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken, wenn ich das sehe. „Er sieht dich an, als ob… als ob du etwas zu Essen wärst.“
Ich zuckte zusammen und wartete auf ihre Antwort.
Ihr Gesicht wurde knallrot und sie presste ihre Lippen zusammen als würde sie den Atem anhalten. Dann, plötzlich, prustete sie los.
Jetzt lacht sie mich aus. Großartig.
Mikes Gedanken wurden trotzig und er verschwand in der Umkleidekabine.
Ich lehnte mich an die Mauer der Turnhalle und versuchte mich zu fassen.
Wie konnte sie über Mikes Beobachtung lachen – er hatte so genau ins Schwarze getroffen, dass ich mir Sorgen zu machen begann, ob Forks zu viel wusste… Weshalb sollte sie über die Vermutung lachen, dass ich sie töten könnte, wenn sie wusste, dass es die absolute Wahrheit war? Was war daran lustig?
Was stimmte nicht mit ihr?
Hatte sie einen mörderischen Sinn für Humor? Das würde nicht zu meiner Vorstellung ihres Charakters passen, aber wie konnte ich mir sicher sein? Oder vielleicht war mein Tagtraum über den albernen Engel in so fern wahr, dass sie gar keine Angst empfinden konnte. Mutig – das war ein Wort dafür. Andere Leute würden sagen dumm, aber ich wusste wie schlau sie war. Egal was der Grund dafür war, keine Angst zu empfinden und auch dieser verdrehte Sinn für Humor waren nicht gut für sie. War es diese seltsame Eigenheit die sie in ständige Gefahr brachte? Vielleicht würde sie mich für immer hier brauchen…
Bei dem Gedanken hob sich meine Stimmung.
Wenn ich mich zusammenreißen konnte, mich sicher machen konnte, dann wäre es vielleicht richtig bei ihr zu bleiben.
Als sie durch die Tür der Turnhalle trat, hatte sie ihre Schultern angezogen und biss sich wieder auf die Unterlippe – an Anzeichen für Besorgnis. Aber sobald ihr Blick meinen traf, entspannte sie ihre Schultern und ein Lächeln breitete sich über ihr Gesicht. Es war ein seltsam friedlicher Ausdruck. Sie kam ohne zu zögern auf mich zu und hielt erst an, als sie so nah war, dass die Hitze ihres Körpers wie eine Welle auf mich zu schwappte.
„Hi,“ flüsterte sie.
Das Glück, dass ich in dem Moment empfand war wieder mit nichts zu vergleichen.
„Hallo,“ sagte ich und dann – weil meine Laune plötzlich wieder so gut war, konnte ich es nicht lassen sie aufzuziehen – fügte ich hinzu. „Wie war Sport?“
Ihr Lächeln schwand. „Gut.“
Sie war eine schlechte Lügnerin.
„Wirklich?“ fragte ich – ich machte mir immer noch sorgen um ihren Kopf; hatte sie Schmerzen? – aber Mike Newtons Gedanken waren so laut, dass sie meine Konzentration störten.
Ich hasse ihn. Ich wünschte er würde sterben. Ich hoffe er fährt mit seinem glänzenden Auto direkt über eine Klippe. Warum konnte er sie nicht einfach in Ruhe lassen? Er sollte sich an seinesgleichen halten – an die Freaks.
„Was?“ verlangte Bella?
Ich richtete meine Augen wieder auf ihr Gesicht. Sie sah Mike hinterher und dann wieder zu mir.
„Newton geht mir langsam auf die Nerven,“ gab ich zu.
Ihr Mund klappte auf und ihr Lächeln verschwand. Sie musste vergessen haben, dass ich die Macht hatte, sie ihre letzte verhängnisvolle Stunde über zu beobachten, oder gehofft, dass ich davon keinen Gebrauch gemacht hatte. „Hast du schon wieder zugehört?“
„Wie geht es deinem Kopf?“
„Du bist unglaublich!“ presste sie durch ihre Zähne, dreht sich um und stapfte wütend Richtung Parkplatz. Ihre Haut wurde dunkelrot – es war ihr peinlich.
Ich holte zu ihr auf und hoffte, dass ihr Ärger bald verschwand. Normalerweise verzieh sie mir recht schnell.
„Du hast doch erwähnt, dass ich dich noch nie bei Sport gesehen habe,“ erklärte ich. „Das hat mich neugierig gemacht.“
Sie antwortete nicht; ihre Augenbrauen eng zusammengezogen.
Sie hielt plötzlich an, als sie sah, dass der Weg zu meinem Wagen von einer Traube männlicher Schüler versperrt war.
Ich frag mich, wie schnell das Ding fährt…
Sie dir die SMG shift paddel (irgend so ein Autofachkram… keine Ahnung was das ist) an. Sowas hab ich noch nie außerhalb eines Magazins gesehen…
Nette Seitengitter …
Ich wünschte ich hätte sechzigtausend Dollar herumliegen…
Genau deshalb war es besser, wenn Rosalie ihren Wagen nur außerhalb der Stadt nutzte.
Ich wand mich durch das Gedränge wollüstiger Jungs zu meinem Auto; Bella zögerte eine Sekunde und tat es mir dann gleich.
„Protzig,“ murmelte ich, als sie einstieg.
„Was ist das für ein Wagen?“ wunderte sie sich.
„Ein M3.“
Sie runzelte die Stirn. „Diese Sprache spreche ich nicht.“
„Es ist ein BMW.“ Ich verdrehte meine Augen und konzentrierte mich dann darauf, auszuparken ohne irgendjemanden zu überfahren. Ich musste in paar Jungs tief in die Augen sehen, die scheinbar nicht aus dem Weg gehen wollten. Meinem Blick eine halbe Sekunde lang zu begegnen reichte aus um sie vom Gegenteil zu überzeugen.
„Bist du immer noch sauer?“ fragte ich sie.
„Definitiv,“ antwortete sie knapp.
Ich seufzte. Vielleicht hätte ich es nicht ansprechen sollen. Aber naja. Ich konnte versuchen ihr entgegenzukommen, denke ich. „Würdest du mir verzeihen, wenn ich mich entschuldige?“
Sie dachte einen Moment darüber nach. „Vielleicht… wenn du es ernst meinst,“ entschied sie. „Und wenn du mir versprichst, es nicht noch einmal zu tun.“
Ich wollte sie nicht anlügen und deshalb konnte ich dem auf keinen Fall zustimmen. Vielleicht konnte ich ihr etwas anderes anbieten.
„Wie wäre es, wenn ich es ernst meine und dir erlaube am Samstag zu fahren?“ Ich zuckte innerlich zusammen bei dem Gedanken.
Die Falte zwischen ihren Augen kam zum Vorschein, als sie darüber nachdachte. „In Ordnung,“ sagte sie einen Augenblick später.
Nun zu meiner Entschuldigung… Ich hatte noch nie zuvor versucht Bella absichtlich zu blenden, aber jetzt schien ein guter Zeitpunkt dafür zu sein. Ich schaute ihr tief in die Augen als ich vom Schulgelände herunter fuhr, und fragte mich ob ich es wohl richtig machte. Ich nutzte meinen Überzeugendsten Tonfall.
„Dann tut es mir sehr leid, dass ich dich verärgert habe.“
Ihr Herz schlug lauter als zuvor, und der Rhythmus war abgehackt. Ihre Augen waren weit aufgerissen und sahen etwas verblüfft aus.
Ich lächelte halb. Es sah so aus als hätte ich es richtig gemacht. Natürlich hatte ich auch einige Schwierigkeiten meinen Blick von ihren Augen zu lösen. Genauso geblendet. Gut, dass ich diese Straße in und auswendig kannte.
„Und ich werde Samstag früh pünktlich vor deiner Tür stehen,“ fügte ich hinzu um die Verabredung zu besiedeln.
Sie blinzelte kurz und schüttelte ihren Kopf, scheinbar um wieder klar denken zu können. „Ähm,“ sagte sie, „es hilft nicht wirklich bei der Sache mit Charlie, wenn plötzlich ein Volvo ohne Erklärung in der Einfahrt steht.“
Ah, wie wenig sie mich immer noch kannte. „Ich hatte nicht vorgehabt mein Auto mitzubringen.“
„Wie - …“ wollte sie fragen.
Ich unterbrach sie. Die Antwort würde schwer zu erklären sein ohne es zu demonstrieren und dafür war wir jetzt kaum die richtige Zeit. „Mach dir deswegen keine Sorgen. Ich werde da sein, ohne Auto.“
Sie lehnte ihren Kopf zur Seite und sah einen Moment so aus, als würde sie weiter nachfragen wollen, änderte aber dann doch ihre Meinung.
„Ist es schon später?“ fragte sie und erinnerte mich an unsere noch nicht beendete Unterhaltung in der Cafeteria; sie ließ die eine schwierige Frage fallen um dann direkt zu einer anderen noch unangenehmeren zu kommen.
„Ich vermute es ist später,“ stimmte ich widerwillig zu.
Ich parkte vor ihrem Haus und war angespannt als ich überlegte wie ich es ihr erklären könnte… ohne meine monströse Natur zu sehr zu offenbaren, ohne sie wieder zu ängstigen. Oder war das falsch? Meine Dunkelheit zu minimieren?
Sie wartete mit demselben höflich interessierten Gesichtsausdruck den sie beim Mittagessen aufgesetzt hatte. Wenn ich nicht so ängstlich gewesen wäre, hätte ich wohl darüber gelacht.
„Und du willst wirklich immer noch wissen, warum du mich nicht jagen sehen darfst?“ fragte ich.
„Naja, ich hab mich eigentlich mehr über deine Reaktion gewundert,“ sagte sie.
„Hab ich dir Angst gemacht?“ fragte ich und war mir sicher, dass sie es verneinen würde.
„Nein.“
Ich versuchte nicht zu lächeln, aber es gelang mir nicht. „Tut mir leid, dass ich dich erschreckt habe.“ Und dann verschwand mein Lächeln gleichzeitig mit jedem Anflug von Humor. „Es lag nur an dem Gedanken daran, wie es wäre wenn du dabei wärst… wenn wir jagen.“
„Das wäre schlecht?“
Das Bild in meinem Kopf war zu viel – Bella, so verletzlich in der leeren Dunkelheit: ich selbst, außer Kontrolle… ich versuchte es aus meinem Kopf zu verbannen. „Sehr.“
„Weil…?“
Ich atmete tief durch und konzentrierte mich für einen Moment auf den brennenden Durst. Fühlte ihn, managte ihn, bewies meine Gewalt über ihn. Ich würde mich nicht mehr kontrollieren müssen – ich wollte so sehr, dass es wahr wäre. Ich würde sicher für sie sein. Ich starrte auf die willkommenen Wolken ohne sie zu sehen, wünschte mir ich könnte glauben, dass meine Entschlossenheit irgendeinen Unterschied machen würde, wenn ich beim Jagen auf ihren Geruch stieß.
„Wenn wir jagen… geben wir uns ganz unseren Sinnen hin,“ erklärte ich ihr und überdacht jedes Wort bevor ich es aussprach. „Wir lassen uns weniger von unseren Köpfen leiten. Besonders von unserem Geruchssinn. Wenn du irgendwo in der Nähe wärst, wenn ich so die Kontrolle über mich verliere…“
Ich schüttelte gequält meinen Kopf bei der Vorstellung was dann mit Sicherheit passieren würde – nicht könnte, sondern würde.
Ich lauschte auf ihren Herzschlag und drehte mich dann ruhelos zu ihr um, um in ihren Augen lesen zu können.
Bellas Gesicht war gefasst, ihre Augen blickten ernst. Ihr Mund war leicht geschürzt vor Besorgnis vermutete ich. Aber besorgt um was? Ihre eigene Sicherheit? Oder meine Qual? Ich starrte sie weiter an und versuchte ihren vieldeutigen Ausdruck zu interpretieren.
Sie erwiderte meinen Blick. Nach einer Weile wurden ihre Augen größer und ihre Pupillen weiteten sich obwohl sich das Licht nicht geändert hatte.
Mein Atem wurde schneller und plötzlich schien die Stille im Auto zu summen, genau wie in dem dunklen Biologieraum diesen Nachmittag. Der pulsierende Strom zwischen uns erhob sich wieder und das Verlangen sie zu berühren war, kurzzeitig, stärker als das Begehren meines Durstes.
Die pochende Elektrizität fühlte sich an, als hätte ich wieder einen Puls. Mein Körper sang mit. Als wäre ich wieder ein Mensch. Mehr als alles andere auf der Welt wollte ich die Hitze ihrer Lippen auf meinen spüren. Für eine Sekunde kämpfte ich verzweifelt um die Kraft, die Kontrolle, meinen Mund auf ihre Haut legen zu können…
Sie atmete hastig ein und erst da merkte ich, dass, als ich begonnen hatte schneller zu atmen, sie ganz aufgehört hatte.
Ich schloss meine Augen bei dem Versuch die Verbindung zwischen uns zu unterbrechen.
Keine Fehler mehr.
Bellas Existenz war an tausend anfällige, ausgewogene chemische Prozesse gebunden die alle so einfach zum erliegen gebracht werden konnte. Das rhythmische Ausdehnen ihrer Lungenflügel, der Strom von Sauerstoff bedeutete Leben oder Tod für sie. Der flatternde Rhythmus ihres zerbrechlichen Herzens konnte von so vielen dummen Unfällen oder Krankheiten unterbrochen werden oder… von mir.
Ich glaube nicht, dass irgendeiner aus meiner Familie zögern würde, wenn er oder sie eine Chance geboten bekäme zurückzukehren – wenn er oder sie die Untersterblichkeit gegen Sterblichkeit würde eintauschen können. Jeder von uns würde dafür durchs Feuer gehen. Für so viele Tage oder Jahrhunderte brennen wie nötig.
Die meisten unserer Art preisten die Unsterblichkeit über alles andere. Es gab sogar Menschen die danach strebten, die an dunklen Orten nach denen suchten, die ihnen das dunkelste aller Geschenke machen konnten…
Wir nicht. Nicht meine Familie. Wir würden alles dafür geben, Menschen zu sein.
Aber keiner von uns hatte sich je so verzweifelt danach gesehnt wie ich in diesem Moment.
Ich starte auf die mikroskopisch kleinen Gruben und Risse in der Windschutzscheibe, als wäre eine Lösung in dem Glas versteckt. Die Elektrizität war noch nicht verschwunden und ich musste mich konzentrieren um meine Hände am Lenkrad zu halten.
Meine rechte Hand begann wieder zu stechen, aber ohne Schmerzen, von da wo ich sie vorher berührt hatte.
„Bella, ich denke du solltest jetzt reingehen.“
Sie gehorchte sofort ohne Kommentar, stieg aus dem Wagen aus und schlug die Tür hinter sich zu. Fühlte sie das Katastrophenpotential genauso deutlich wie ich?
Schmerzte es sie genauso mich zu verlassen wie es mich schmerzte sie gehen zu lassen? Der einzige Trost war, dass ich sie bald wiedersehen würde. Eher als sie mich wiedersehen würde. Ich lächelte bei dem Gedanken, ließ dann das Fenster herunter und lehnte mich herüber um noch einmal mit ihr zu sprechen – es war sicherer, jetzt wo die Hitze ihres Körpers außerhalb des Wagens war.
Sie drehte sich um, neugierig was ich wollte.
Immer noch neugierig, obwohl sie mir heute so viele Fragen gestellt hatte. Meine eigene Neugierde war vollkommen unbefriedigt; ihre Fragen zu beantworten hatte nur meine Geheimnisse aufgedeckt – ich hatte wenig von ihr bekommen außer meinen eigenen Vermutungen. Das war nicht fair.
„Oh, Bella?“
„Ja?“
„Morgen bin ich an der Reihe.“
Sie runzelte die Stirn. „An der Reihe womit?“
„Fragen zu stellen.“ Morgen, wenn wir an einem sichereren Ort waren, umringt von Zeugen, würde ich meine Antworten bekommen. Ich grinste bei dem Gedanken und dann wendete ich den Wagen, da sie keine Anstalten machte, zu gehen. Sogar wenn sie nicht im Auto war, hallte der elektrische Schwung in der Luft wieder. Ich wollte ebenfalls aussteigen um sie zur Tür zu begleiten, als Ausrede um an ihrer Seite zu sein…
Keine Fehler mehr. Ich trat aufs Gas und seufzte als sie hinter mir verschwand. Es schien als würde ich ständig zu Bella hinrennen und dann wieder vor ihr wegrennen, aber nie bleiben. Ich würde einen Weg finden müssen, mich zu behaupten wenn wir jemals im Begriff sein würden irgendeinen Frieden zu finden.

 
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